Adjektive, Steigerung, Typen, Deklination, bilden, Beispiele, Deutsch lernen

Deutsch lernenLernen Sie mehr Deutsch zum Thema Adjektive, Wiewörter oder Eigenschaftswörter. Insbesondere zu den Themen  Steigerungsformen, Typen ( adverbiale, prädikative und attributive Adjektive ), Bildung von Adjektiven sowie zur Deklination.

Adjektive, Wiewörter, Eigenschaftswörter

Adjektive, Steigerung, Typen, Bildung, Deklination, Beispiele, Deutsch lernen

Adjektive sind im Deutschen notwendig, um Nomen Eigenschaften zu geben oder die Beschaffenheit von Vorgängen, Dingen usw. näher zu beschreiben.

In der Grundschule werden sie als Wiewörter (Wie ist etwas?) eingeführt.

Es handelt sich bei Adjektiven um sogenannte Eigenschaftswörter.

Diese Eigenschaftswörter machen circa 1/6 aller deutschen Worte aus und können auch komplizierte Eindrücke und Beschreibungen wiedergeben.

Wer viele Adjektive kennt und sie richtig anzuwenden weiß, kann sich daher auch besser ausdrücken.

Adjektive beschreiben Gefühle, Empfindungen, die Art, wie etwas passiert und sehr viel mehr.

Steigerungsformen

Im Deutschen können diese Eigenschaftswörter gesteigert werden. Hierbei gibt es Steigerungsformen eines Adjektivs, den Komparativ sowie den Superlativ.

Die Grundform wird als Positiv bezeichnet.

Komparativ

Der Komparativ wird durch ein Anhängen von -er gebildet. Ein Komparativ dient auch immer zum Vergleich.

Dieser kann ebenfalls schriftlich oder mündlich formuliert sein oder sich aus dem Kontext ergeben.

Beispiel: Dieses Auto ist schöner.

Aus dem Beispiel ergibt sich, dass das Auto schöner als ein anderes sein muss. Beispielsweise findet jemand, dass das rote Auto schöner als das blaue Auto sei.

Die beiden Autos werden miteinander verglichen und deshalb wird der Komparativ verwendet: Dieses Auto ist schöner als das andere Auto.

Beispiel

A: Ich finde die Nachrichten im Fernsehen spannend.
B: Ich finde Krimis viel spannender!

Es ist nicht notwendig, dass B noch einmal die Nachrichten im Fernsehen erwähnt, da der Komparativ den Kontext gleich mitliefert.

Superlativ

Der Superlativ ist die höchste Steigerung eines Adjektivs im Deutschen. Er wird mit am und -sten gebildet: am schönsten.

Wenn ein Superlativ verwendet wird, dann bedeutet dies, dass etwas eine Eigenschaft stärker hat als alles andere.

Beispielsweise kann für jemanden nur ein Auto aus vielen am schönsten sein.

Beispiel

  • Das blaue Auto ist schön.
  • Aber das rote Auto ist schöner als das blaue Auto.
  • Das grüne Auto ist am schönsten.

Adjektiv als Vergleich

Außerdem lassen sich Adjektive auch ganz allgemein für einen Vergleich nutzen. Das Verwenden des Komparativs ist nicht zwingend nötig.

Beispiel

  • Petra kocht gut.
  • Claudia kocht nicht so gut wie Petra.
  • Torsten und Dirk kochen gleich gut. Beide kochen aber auch nicht so gut wie Petra.
  • Petra kocht am besten (Der Komparativ und Superlativ von gut sind besser und am besten).

Adjektive Typen

Zu den Typen von Adjektiven zählen die prädikativen, adverbialen und attributiven Adjektive.

Adjektive werden im Deutschen auf vielfache Art und Weise verwendet.

Grundsätzlich wird zwischen prädikativer, adverbialer und attributiver Verwendung unterschieden.

Prädikative Adjektive

Die prädikative Anwendung eines Adjektivs bedeutet, dass das Adjektiv selbst in Verbindung mit bestimmten Verben (darunter: sein, werden, bleiben) genutzt wird. So werden Zuschreibungen gemacht.

Beispiele

  • Er ist schön.
  • Das Buch wird umfangreich.
  • Das Haus bleibt baufällig.

Die Adjektive werden hierbei nicht dekliniert, solange sie hinter dem Nomen stehen.

Das heißt, dass sie sich nicht dem Fall anpassen müssen.

Wohl aber können Komparative und Superlative verwendet werden.

  • Er ist schöner (als …).
  • Das Buch wird umfangreicher (als das vorher gelesene).
  • Das Haus bleibt am baufälligsten (von allen begutachteten Häusern).

Die Ergänzungen sind nur mögliche Beispiele für einen Kontext.

Adverbiale Adjektive

Die adverbiale Anwendung von Adjektiven ist hingegen die Verwendung von Adjektiven, um einen Vorgang näher zu beschreiben. Die Adjektive stehen also hinter einem Verb.

Es handelt sich bei Adjektiven hinter Verben immer um adverbial angewendete Adjektive, außer bei sein, werden und bleiben.

Im einfachsten Fall handelt es sich um modal-adverbial angewendete Adjektive.

Beispiele

  • Der Hund bellt laut. (Wie bellt der Hund?)
  • Sie singt schrill. (Wie singt sie?)
  • Er arbeitet eifrig. (Wie arbeitet er?)

Satz-adverbiale Adjektive

Auch können sich Adjektive in der adverbialen Anwendung auf den gesamten Satzteil beziehen. Sie umschreiben dann das Nomen und das Verb gleichzeitig.

Nomen und Verb bilden zusammen einen Vorgang. Man spricht dann von satz-adverbialen Adjektiven.

Beispiel

  • Er verliert schnell seine gute Laune.

Dieser Satz bedeutet nicht, dass er auf schnelle Art und Weise (Wie verliert er seine gute Laune?) verliert.

Sondern er bedeutet, dass es sehr schnell geht, dass er seine gute Laune verliert.

Meistens ergibt es sich aus dem Satz, worauf das Adjektiv sich bezieht. Satz-adverbial genutzte Adjektive beziehen sich immer auf den Restsatz.

Attributive Adjektive

Attributiv eingesetzte Adjektive sind Adjektive, die vor Substantiven oder Subjektiven stehen und diesen Eigenschaften zuweisen.

Beispiele

  • Die blauen Augen .
  • Das rote Kleid.
  • Der bittere Nachgeschmack.

Attributiv verwendete Adjektive müssen entsprechend der Nomen, auf die sich beziehen, dekliniert werden.

Unterschieden werden hierfür:

Die vier Fälle bei Adjektive (Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ);

Ob ein bestimmter oder unbestimmter Artikel vorliegt (der, die, das oder ein, eine, ein);

Singular und Plural.

Adjektive Deklination

Die Deklination von attributiv angewendeten Adjektiven ist im Deutschen ziemlich einfach und folgt ein paar immer gleichen Regeln.

Beispiele im Singular mit bestimmtem Artikel

Fall – Maskulinum (der) – Femininum (die) – Neutrum (das)

Nominativ: Der kleine Ball – Die große Kugel – Das schöne Haus

Genitiv: Des kleinen Balls – Der großen Kugel – Des schönen Hauses

Dativ: Dem kleinen Ball – Der großen Kugel – Dem schönen Haus

Akkusativ: Den kleinen Ball – Die große Kugel – Das schöne Haus

Beispiele im Plural mit bestimmtem Artikel

Im Plural sind mit bestimmtem Artikel alle Deklinationen für die drei Geschlechter gleich.

Fall – Maskulinum (der) – Femininum (die) – Neutrum (das)

Nominativ: Die kleinen Bälle – Die großen Kugeln – Die schönen Häuser

Genitiv: Der kleinen Bälle – Der großen Kugeln – Der schönen Häuser

Dativ: Den kleinen Bällen – Den großen Kugeln – Den schönen Häusern

Akkusativ: Die kleinen Bälle – Die großen Kugeln – Die schönen Häuser

Beispiele im Singular mit unbestimmten Artikel

Fall – Maskulinum (der) – Femininum (die) – Neutrum (das)

Nominativ: Ein kleiner Ball – Eine große Kugel – Ein schönes Haus

Genitiv: Eines kleinen Balles – Einer großen Kugel – Eines schönes Hauses

Dativ: Einem kleinen Ball – Einer großen Kugel – Einem schönen Haus

Akkusativ: Einen kleinen Ball – Eine große Kugel – Ein schönes Haus

Sonderformen Beispiele

(Ein Plural entfällt bei der Verwendung unbestimmter Artikel.

Soll eine Menge bezeichnet werden (zum Beispiel mehrere Häuser), dann entfällt der Artikel einfach ganz. Beispiel: Ich baute Häuser.)

Steht mehr als ein Adjektiv vor dem Nomen (der kleine, rote Ball), werden alle Adjektive parallel dekliniert. Dies gilt bei bestimmten und unbestimmten Artikeln gleichermaßen.

Adjektive bilden

Adjektive können aus Nomen, Verben oder Partizipien gebildet werden.

Adjektive aus Nomen bilden

Adjektive lassen sich aus Nomen vielfach durch ein Anhängen von

  • -ig
  • -haft
  • -lich
  • -isch
  • -ern
  • oder -sam

bilden.

Beispiele

  • abenteuerlich – kommt von Abenteuer
  • eisern – kommt von Eisen
  • ekelhaft – kommt von Ekel
  • gruselig – kommt von Grusel
  • bleiern – kommt von Blei

Adjektive aus Verben bilden

Auch aus Verben lassen sich im Deutschen Adjektive machen. Hierfür wird das -en am Ende entfernt und durch ein -sam oder -bar ersetzt.

Beispiele

  • schweigsam – kommt von schweigen
  • machbar – kommt von machen
  • mitteilsam – kommt von mitteilen
  • lesbar – kommt von lesen

Adjektive aus Partizipien bilden

Auch die Partizipien von Verben können direkt als Adjektive verwendet werden.

Werden sie attributiv benutzt, werden sie – genau wie die aus Nomen und Verben direkt abgeleiteten Adjektive – dekliniert.

Beispiele

  • ein betender Mönch – von: betend (Partizip I von beten)
  • ein erstauntes Publikum – von: erstaunt (Partizip II von erstaunen)

Übungen, Aufgaben, Übungsblätter

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